Soundcloud hört auf

Was für eine Hiobsbotschaft kommt da aus Berlin zu uns getragen? Missmanagement bei Soundclound und damit das baldige Ende dieses einst so gefeierten Berliner Startups, dass mal neben den großen Facebooks und Googles dieser Welt deutsche Techstartups-Mentalität in die USA und die ganze Welt gebracht hat und vor allem auch Technobegeisterte Menschen wunderbare Soundqualität und Sets gebracht hat.

Finde ich echt superschade. Allerdings liest man auf den ganzen Wirtschaftsseiten wie Handelsblatt & Co ja doch, dass die Jungs sich nach den ganzen Entlassungen (knapp 40% der gesamten Belegschaft musste gehen) so gesundgespart haben, dass die Kohle doch noch irgendwie bis Ende des Jahres 2017 reicht. Danach wird wohl Schluss sein.

Wie verdienen die eigentlich Geld?

Grund genug sich mal die triviale Frage zu stellen: Wie verdienen die da bei Soundcloud in Berlin und London eigentlich überhaupt Geld? Mir fallen da spontan – ähnlich dem Ansatz Facebooks – mehrere Möglichkeiten, wie man die Powernutzer der insgesamt 175 Millionen Musik-Streamer auf der Plattform für Werbekunden monetarisieren kann. Tendenziell hat man da die gleiche Kundenstruktur wie bei den „Überläufern“ aus dem klassischen Radio und den sonstigen klassischen Medien, die vor allem in der jüngeren Kundengesellschaft ja überhaupt nicht mehr angenommen werden.

Sehr interessant ist aber auch die Betrachtung des größten Musikstreaming-Portal Youtube. Während Soundcloud vor allem für Musikkenner und Nischenfans funktioniert hat, d.h. wenig massentaugliche Musik wie Indierock oder Techno, so mausert sich Youtube mittlerweile zum Standardort zum Abspielen von Musik. Da verwundert es auch kaum, dass die am meisten abgerufenen Videostücke Tracks der Rapperbande „187“ sind. In Sachen Views läuft Youtube einem kleinen Licht wie Soundcloud natürlich völlig den Rang ab. Wenn dann auch noch teuer Angestellte mit der dazugehörigen Startup-Mentalität eingekauft werden müssen inklusive teurer Server und Infrastruktur, dann ist bald Ende mit dem Geld aus dem Funding. Auf der anderen Seite hört dann vielleicht auch endlich mal das fröhliche Geldverbrennen auf. „Stupid German Money“…

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